„Gelebte Demokratie“ – Deutsch-Französische Partnerschaftsbegegnung vom 14. – 17. Mai 2026
Unter dem Thema „Bürgerschaftliches Engagement unter gleichzeitiger Fragestellung nach ‚Demokratie‘ – Unterschieden in beiden Ländern?“ hatten das französische Partnerschaftskomité zusammen mit dem Vorsitzenden des deutschen Partnerschaftsvereins ein umfangreiches Programm für den diesjährigen Erwachsenenaustausch vorbereitet. Absicht war es, dass sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Thema „Demokratie“ auseinandersetzen und in gemeinsamer Arbeit vielleicht auch Unterschiede entdecken. Gleichzeitig sollte das bürgerschaftliche Engagement auf der französischen Seite ebenfalls nicht zu kurz kommen. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres traf man sich, um sich zu fragen, wie die Ideen des letztjährigen Erwachsenenaustausches in der Gemeinde MORSBACH realisiert werden könnten. Mehrere Telefonate, Einzelgespräche sowie Treffen der französischen Vereine vor Ort waren erforderlich, um die Aktivitäten des diesjährigen Partnerschaftsaustauschs in die Tat umzusetzen! Ohne das Ergebnis vorwegnehmen zu wollen: die intensiven Vorbereitungen der gemeinsamen Arbeitsgruppe haben sich gelohnt! Bereits an dieser Stelle sei angemerkt, dass der Deutsch-Französische Bürgerfonds das Veranstaltungswochenende finanziell unterstützt hat!
Im Detail:
Das Programm ging den deutschen Teilnehmenden ungefähr zwei Wochen vor Abfahrt im Detail zu. Die Rückmeldungen waren breit gefächert. Einige waren erfreut, dass es ein Thema gab, mit dem man sich und gemeinsam mit den Gastgebern auseinandersetzen konnte wie auch enttäuschte Rückmeldungen von Personen, die lieber inaktiv dabei sein wollten. Das hielt den Vorsitzenden des deutschen Partnerschaftsvereins nicht davon ab, einen individuellen Fragebogen für jeden Busreisenden vorzubereiten, um anonym Antworten zum Thema zu erhalten. Im Ergebnis kann man festhalten: ordentliche Arbeitsergebnisse zum Thema Demokratie. Im Bus wurde Sitz-übergreifend diskutiert und es wurden Argumente ausgetauscht, so dass das „Arbeits-Ziel“ des Tages erreicht wurde und gute Voraussetzungen für den kommenden gemeinsamen Tag gegeben waren.
Die Kathedrale von REIMS, ein Beispiel der gothischen Kunst des XIII. Jahrhunderts, wurde planmäßig als Zwischenstopp der Hinreise erreicht. Nachdem im Bus bereits über Wesentliches informiert worden war, konnte man den „lächelnden Engel“, die französischen Könige, die Gedenktafel der deutsch-französischen Versöhnung auf dem Boden vor der Kathedrale sowie die Kathedrale selbst entdecken und bewundern. Die Kathedrale, die im Ersten Weltkrieg durch deutsche Soldaten zerstört worden war, wurde gleichzeitig Ort der Versöhnung im Zuge der Vorbereitung des Freundschaftsvertrages (Élysée-Vertrag 1963) beider Länder!

Heute erstrahlen z.B. einige Fenster, die von Imi Knoebels entworfen worden sind. Ein sehr beeindruckendes Monument im Zentrum der Champagne!
Super pünktlich erreichte die Reisegruppe den Zielort in MILLY-LA-FORÊT, wo zunächst bei leichtem Regen die herzliche Begrüßung im Vordergrund stand, bevor die offiziellen Begrüßungsreden erfolgten. Nicht nur die jeweiligen „Beherbergungs“-Gastgeber sondern auch viele treue Weggefährten des langjährigen Partnerschaftsaustauschs waren zur Begrüßung anwesend. Konrad Adenauer und Charles de Gaulles wären gerührt gewesen!
Der Abend wurde individuell bei den jeweiligen Gastgebern mit einem französischen Abendessen abgerundet.
Der Freitag stand unter dem Thema des bürgerschaftlichen Engagement und des intergenerationellen Dialogs. Während einige deutsche Teilnehmer mit ihren französischen Gastgebern auf dem Gelände des Schulstadions zum Einsatz kamen, diskutierte die andere Hälfte zum Thema Demokratie an verschiedenen Orten.
Auf dem Rasenplatz wurden Stände vorbereitet, die Möglichkeiten zur Präsentation verschiedenster Dinge am Folgetag bieten sollten. Auch an die Verpflegungs- und Getränkestände wurde gedacht. Tribüne und Stühle mussten hergerichtet werden sowie in der Turnhalle Vorbereitungen für den Festabend. Gleichzeitig hofften alle auf gutes Wetter, um das großzügige Areal nutzen zu können.
Diejenigen, die mit ihren Gastgebern über „Demokratie“ diskutierten, bereiteten im Anschluss ihre Arbeitsergebnisse in Form eines Plakats auf. Eine andere Gruppe hatte „Sprechblasen“ aus Papier mit Schlagwörtern erarbeitet. Auch eine „Wortwolke“ zur Demokratie entstand.
Gut gelaunt trafen sich alle Teilnehmenden gegen 18 Uhr vor dem Rathaus in MILLY-LA-FORÊt zur Einweihung einer Partnerschaftsgedenktafel. Die Stellvertretende Bürgermeisterin, Mme Margaux Palfroy,entschuldigte ihren Bürgermeister und sprach zu der Gruppe der anwesenden Gäste aus der Gemeinde MORSBACH wie Bürger*innen von MILLY-LA-FORÊT und gewählten Vertretern der Nachbargemeinden. Bevor die Gedenktafel sichtbar gemacht wurde, hielt auch der Bürgermeister von MORSBACH, Herr Jan Schumacher, eine Rede und brachte seinen Stolz auf die seit über 55-jährige Partnerschaftsbeziehung zum Ausdruck. Neben seiner Frau, Jenny Schumacher, wurde er von dem
2. stellvertrenden Bürgermeister, Lothar Schuh, einem weiteren Ratsmitglied, Heiko Förtsch, einem Mitglied des Jugendgemeinderats, Fabian Schuh, sowie von einigen Bürgern unserer Gemeinde begleitet.

Nach der Präsentation der Gedenktafel war sie Anlass zu zahlreichen Erinnerungsfotos; beim anschließenden Empfang der Gemeinde gab es weitere Gelegenheit, sich kennenzulernen.
„Passend zum „Demokratie-Tag“ gewählte Vertreter bei ihrer Ausübung des Amtes zu erleben und ein schöner Anlass zugleich!“ lautete das Fazit des Tages.
Samstag stand unter dem Thema der Gestaltung eines „Partnerschaftsdorfes“ im Stadion MILLY-LA-FORÊT. Bei gutem Wetter galt es, sich von 10 – 18 Uhr der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Das gemeinsame Projektteam hatte alle Hände voll zu tun, Fragen zu beantworten, den jeweiligen Gruppen Plätze und Stände zur Präsentation zuzuteilen und die jeweilig kurzfristig auftretenden Fragen zu lösen.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen:
zunächst die Teilnehmenden der Partnerschaftsvereine:
– der „Demokratie“-Stand mit Plakat
– der daneben vorgesehene Stand des „Deutsch-Französischen Bürgerfonds“ blieb leer (leider hatte die Post das Päckchen mit den Schildern des Deutsch-Französischen Bürgerfonds zu spät zugestellt!)
– Tische zum sitzen, diskutieren, und zum „Schlagworte“-Schreibkarten fertigen, lagen bereit
– drei Spiele waren in d-frz. Zusammenarbeit erstellt worden: Brettspiel mit Gummi und Spielscheiben sowie ein „Kegelbrett“ mit 9 Kegeln und 3 Wurfkugeln sowie ein „Hufeisen-Wurf-Stand“!
– einige hatten das Partnerschaftslied und die Europa-Hymne einstudiert und Liedzettel zum Mitsingen erstellt
– zwei Familien hatten gemeinsam das Boeuf-Bourgignon als Essen für alle Partnerschaftsteilnehmenden gekocht.
– eine französisch-portugiesische Gruppe waren für „Pommes“ und mitgebrachte deutsche Grillwürstchen zuständig.




Andere Gruppierungen des bürgerschaftlichen Engagement sollen nicht unerwähnt bleiben:
– Oldtimerausstellung, (VW von 1958) (mit Einigen konnte man eine Sportplatzrunde als Mitfahrer drehen)
– Feuerwehrausstellung
– Ausstellung der Tanzschule mit Ballett
– Trommlerkorps
– Dudelsack-Gruppe
– allgemeine Gymnastikgruppe
– Line-Dance Tanzgruppe
– allgemeine Tanz- und Sportgruppen
– Badminton-Gruppe
– Gesangsverein von Milly-la-Forêt
– die Jazz-Band 007.


Ein buntes Programm für den ganzen Tag wurde belohnt durch den Besuch der Angehörigen und Bürger der Gemeinden vor Ort; geschätzt 200 – 250 Personen über den Tag.
Der Abend wurde eingeleitet mit einem Empfang der Gemeinschaft der zwei Täler (CC2V). In den jeweiligen Reden wurde auf das friedliche Miteinander im Rahmen demokratischer Staaten hingewiesen und die seit 1970 bestehende Partnerschaft als Beispiel hervorgehoben.
Einmal mehr galt der Jubiläumsspruch: „Zusammen haben wir Frieden geschlossen, gemeinsam wollen wir ihn erhalten!“
Das anschließende Abendessen bei guter Unterhaltung und Musik lässt auf weitere lebendige Austausche in der Zukunft hoffen!
Sonntagmorgen fiel es allen Beteiligten schwer, sich um 9 Uhr zur Rückfahrt zu treffen und Abschied zu nehmen. „Eine interessante, informative und abwechslungsreiche Zeit bei Freunden!“ meinten alle Beteiligten ohne Ausnahme.
Die Rückfahrt wurde genutzt, um über das Erlebte zunächst erst einmal nachzudenken 😉


Frischer Kaffee und frisch gebackene Baguettes weckten die Geister zur Pause, so dass danach noch einmal ein interessanter mündlicher Austausch untereinander einsetzte und der Vorsitzende mit Recht feststellen konnte, dass das gewählte Thema „Demokratie“ ein voller Erfolg gewesen ist und Unterschiede lediglich in verschiedenen Wahlverfahren und Aufgabenzuteilungen wahrzunehmen sind, die aber nicht zu einem unterschiedlichen Demokratie – Verständnis im Allgemeinen führen!
Gegen 18 Uhr endete ein abwechslungsreicher Partnerschaftsaustausch,
Dank an alle Beteiligten – à la prochaine!
Detlef Schmidt
Vorsitzender Partnerschaftsverein
Morsbach – Milly-la-Forêt und seine Nachbargemeinden

Der diesjährige Erwachsenenaustausch findet in Milly-la-Forêt und seinen Nachbargemeinden statt und steht in diesem Jahr unter dem besonderen Thema „DEMOKRATIE“ – Was heißt das für uns? Gibt es Unterschiede in den beiden Ländern? Wie wirkt sich Demokratie im Alltag aus?
Diese und weitere spannende Fragen stellen sich knapp 30 Mitreisende aus der Gemeinde Morsbach und in etwa die gleiche Anzahl an französischen Gastgebern, die mit Ungeduld ihre Gäste erwarten.
Das Veranstaltungswochenende wird vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds gefördert!

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